Erste Erfahrung mit AimPoint

Erste Berührungen

Nach meinem späten Saisonstart und nachdem es jetzt allgemein wieder ruhiger wurde konnte ich mich in den letzen zwei, drei Wochen wieder vermehrt um mein Golfspiel kümmern.

AimPoint Express

Als ich von ein paar Wochen nach meinen Driving Range Übungen auf dem Putting- und Chippinggrün war ist mir eine Gruppe von Golfschülern aufgefallen welche sich intensiv mit dem Putten auseinandergesetzt haben. Putting und allgemein das Kurzspiel sind ja diejenigen Aspekte welche in der Regel wenig bis keine Aufmerksamkeit bekommen. Jedoch fand ich das was ich da mit einem Ohr gehört habe interessant und schnell festgestellt, dass es sich dabei im AimPoint handelt.

Gehört hatte ich freilich schon von AimPoint. Wer hat die Fotos von Adam Scott nicht gesehen in dem er mit seinen Fingern von dem Gesicht rumwedelt als hätte er ein Brett vor dem Kopf. Spannend war es allemal und jetzt wurde mein Interesse richtig geweckt. In einem Forum habe ich Erfahrungsberichte gelesen, ein bisschen weiter recherchiert und mich dann relativ schnell bei Rolf Kinkel für einen AimPoint Kurs angemeldet. Der Kurs fand auch unweit von meinem Zuhause statt und ich hatte Urlaub, daher ideal!

Der Kursbesuch

Ich war ein paar Minuten eher da und konnte auch ein bisschen beim Aufbau zuschauen. Rolf lief mit einer Wasserwaage und irgendwelchen Kärtchen mit % Angaben auf dem Übungsgrün und legte die hin. Die Begrüßung war wirklich sehr nett, es war – trotz des kalten und windigen Wetters – ein größere Gruppe von 6 Leuten, die auch alle mit Spaß und viel Interesse dabei waren. Das Umfeld für zwei lehrreiche Stunden war gegeben und jetzt musste nur noch der Inhalt passen.

Es wird ein bisschen Esoterisch

AimPoint Express 3% Kalibrierung

AimPoint Kalibrierung

Es wurde uns ein bisschen über die Geschichte von AimPoint erzählt, welche Pros auf den großen Touren AimPoint benutzen und dadurch auch bessere Scores erzielen. Was mir bis dato auch nicht klar war, dass das war wir da lernen AimPoint Express heisst. Eine deutlich vereinfachte und sehr anwenderfreundliche Version einer eher komplexen Theorie. Dies ist jetzt zumindest mein Eindruck.

Das Mysterium von den % Angaben auf diesen Kärtchen welche er am Anfang auf dem Grün verteilte wurde auch recht schnell aufgelöst. Damit zeigt er die Neigung des Grüns an dieser Stelle in % an. Wir sollten uns dann an diese Stellen hinstellen und die Neigung mit den Füßen und der Hüfte erfühlen. Das geht ganz gut, aber es kam mir doch ein bisschen esoterisch vor als wäre ich bei einem Meditationskurs. Aus seiner Erfahrung heraus wusste Rolf aber auch, dass dies nicht für jeden was ist und hat uns noch eine zweite Möglichkeit gegeben um mit dem Knie noch eine optische Hilfe dazu zubekommen. So macht es offenbar auch Lydia Ko von der LPGA. Zuerst fand ich das mit dem Knie ein bisschen einfacher, aber die Zeit wird es zeigen was für mich besser funktioniert.

Daraufhin folgten viele praktischen Übungen mit kurzen, mittleren und langen Putts.

Was ich durchaus sehr spannend finde: dieses System soweit geht, dass man seine Finger „kalibrieren“ kann. Es berücksichtigt die unterschiedliche Anatomie wie Körpergröße, Armlänge und Fingerbreite. Anhand des Stimps (was ab jetzt ein wichtige Information für mich ist) und der Kalibrierung welche wir bei Stimp 8 gemacht haben ist es mir jetzt möglich auf (fast) jeder Grüngeschwindigkeit korrekt zu putten. Was haben die Profis? Stimp 10, 11 und mehr? Das ist für den Hobbygolfer eh nicht mehr spielbar, daher auf fast jeder Grüngeschwindigkeit.

Fazit

Es ist erstaunlich wie das Auge einen täuschen kann. Der Unterschied zwischen zwischen einem nur gesehenen Break und einem mit AimPoint gemessenen kann schon erheblich sein. In aller Regel wird AimPoint gewinnen.

Wie bei allen neuen Dingen ist es etwas an das man sich gewöhnen muss. Dieses Erfühlen und Abgehen der Puttlinie ist doch erstmal etwas seltsam. Ebenso das herumhantieren mit den Fingern. Da kommt man sich anfangs ein bisschen blöd vor. Der große Vorteil den ich darin sehe ist folgender. In sehr kurzer Zeit hat man ein Ziel und ein Bild vor dem Auge wo der Ball langrollen wird. Dann muss nur noch Ball und Putter ausgerichtet werden und man kann sich komplett auf die Dosierung konzentrieren ohne nochmals einen Gedanken an den Break zu vergeuden.

Ich werde es anwenden! Den man bekommt auch gleich ein gutes Feedback zurück. Nach einem misslungen Putt kann ich gleich einschätzen was falsch war. Mein Gefühl in der Neigung, die Dosierung meines Putts oder habe ich die Grüngeschwindigkeit falsch eingeschätzt. Es ist etwas mit dem man schnell auf den Platz kann. Schwungänderungen brauchen ja viel Übung, 300 und mehr geschlagene Bälle auf der DR bevor es sich zumindest ein bisschen automatisiert. Das hier ist etwas von dem man sofort profitiert.

 

Der späte Saisonstart

Zeit für einen neuen Blogbeitrag. Der letzte ist ja schon ein etwas her. Was passt im Frühjahr besser als ein Rückblick auf das Wintertraining und auch über den Saisonstart zu sinnieren.

Das mit dem Wintertraining ist schnell abgehakt – es gab keines. Seit meinem Spätherbst Trip nach Fleesensee hatte ich bis vor zwei Wochen keinen Golfschläger mehr in der Hand. Entsprechend war auch der Saisonstart welcher bisher erst auf der Driving Range stattgefunden hat. Seit ich Golf spiele war dies auch der erste Winter ohne Training. Es gab viele Gründe weshalb ich keine Zeit hatte um zu trainieren, aber ich sollte es nächsten Winter unbedingt wieder einplanen.

Rückblick

Seit ein paar Wochen fahre ich nicht mehr mit dem Auto, sondern mit den öffentlichen Verkehrsmittel zur Arbeit. So komme ich auch endlich wieder zum lesen, was mich wirklich sehr freut. Nachdem ich mir erstmal ein paar Kriminalromane mit dem Kommissär Hunkeler gegeben habe, lese ich aktuell das Buch „Golf: Zehn Lektionen in der Kunst des Scheiterns“ von Gregor Eisenhauer. In dem Onlineshop welcher einem Südamerikanischen Regenwald benannt ist hat es immerhin 4,5 von 5 Sternen. Etwas (Golf-) Ironie tut mir bestimmt gut dachte ich.

Das Buch spricht mich nicht wirklich an. Es wird krampfhaft mit Ironie und Sarkasmus nach Golfwitz gesucht, aber nicht gefunden. Im Grundsatz ist es rein Inhaltlich nicht schlecht, es regt zum Nachdenken an. Die große Wahrheit aus dem Buch, ich zitiere frei: schmeiss fast alle Schläger aus dem Golfbag raus.

Da ist sehr viel dran. Meine Saison Saison hatte ich mit nur 3 Schlägern und dem Putter gespielt. Sandwedge, 9er Eisen und 6er Eisen, kein Hybrid, keine Fairway Hölzer und erstrecht keinen Driver. Mehr braucht der gemeine Golfer eigentlich nicht und genau das wird mein Motto für dieses Jahr – reduce to the max!

Ein bisschen werde ich es aber noch erweitern. Nebst Adams Golf Pro DHY Hybrid mit 24° und dann kommt noch ein neues Hybrid so um die 18° hinzu. Welches genau muss noch definiert werden. Der Driver (auch wenn er neu ist), bleibt vorerst stecken.

Und: Tiger Woods hat sich für die US Open gemeldet! Ich bin gespannt!

Mein Saisonabschluss im Golf Resort

Leider kein Links-Golf

Es ist Herbst, drei Tage Resturlaub die ich noch verplanen musste – ein Golf Saisonabschluss. Mein ursprünglicher Plan beinhaltete eine kleine „German-Links“ Tour. Sprich die drei „echten“ Links Plätze spielen welche im Buch True Links von George Pepper und Malcolm Campbell aufgelistet werden. Ich liebe Links Golf, aber dazu ein anderes mal.

In zwei Golfforen habe ich nach Mitstreitern gesucht, jedoch ohne Erfolg. Daher habe ich mich für 3-Tage Golf Unlimited im GolfClub Fleesensee entschieden. Außerhalb der Saison kann ich mir auch ein Zimmer im Schlosshotel leisten und die Wetterprognose war auch gut.

3-Tage Golf Unlimited

Geplant waren 3x 18 Loch auf dem Axel Lange, dem Tui und dem Schlossplatz. Geworden sind es 2x Neun. Weshalb? Ich bin einfach nicht in Form (als ob ich es dieses Jahr überhaupt mal war). Am ersten Tag bin ich gleich auf den Platz, das einspielen war sehr bescheiden. Bescheiden ging es weiter auf dem Platz und das ist nur Nett ausgedrückt. Jede Bahn hat zum Verlust von mindest einem Ball geführt. Auf der 9 hatte ich dann nur noch 3 Bälle. Weiterspielen hat keinen Sinn ergeben. Um meine Nerven stand es auch nicht mehr gut. Von entspanntem Golf war ich weit weit weg.

Was darf eine Golfstunde kosten?

Für Tag zwei waren wieder 18-Loch geplant und auch eine Trainerstunde bei Oliver Heuler. Wie oft bin ich schon da und wie oft bekommt man kurzfristig bei ihm eine Stunde? Diese Spontan-Idee hatte ich eine Woche davor.

Oliver Heuler ist ja ohne Frage ein großartiger Trainer mit einem beeindruckendem Leistungszeugnis, aber sind es die 150€ Wert? Im Nachgang habe ich mir dabei ein paar Gedanken gemacht. Seine Videos finde ich spannend und schaue mir diese gerne an. Ich denke auch, dass er eine lockere Einstellung zu dem Spiel hat. Er wird wohl fast ausschließlich Schüler wie mich habe, die da zum Golfurlaub sind und sich was gönnen wollen. Schlussendlich ist es aber auch so, dass auch er nur mit Wasser kocht und ob ich jetzt wirklich einen nutzen aus dem ziehen kann woran wir gearbeitet haben wird sich zeigen. Es wird aber auch so sein, dass wohl zukünftig auf meinen Golftrips zu keinen „Star Trainer“ mehr gehen werde. Das Geld investiere ich lieber in meinen Pro zuhause, denn da kann ich auch über längere Zeit an meinen Problemen arbeiten und man kann die Fortschritte auch besser steuern und erkennen.

Der Abschluss

Die Stunde bei Herrn Heuler war sehr anstrengend, meine schlechte Ausdauer und beschränkte Fitness hat mich dann nach 9 Bahnen aufgeben lassen. Die waren aber gut und haben Spaß gemacht – Ziel erreicht. Am frühen Abend eine Massage, Abendessen im Restaurant Frédéric und Tags darauf ging es wieder nach Hause. Geschlafen habe ich leider nicht gut. Die Betten waren nichts für mich und ich fahre nicht gerne Auto wenn ich müde bin. Daher habe ich mich entschieden auf Golf zu verzichten und lieber sicher Zuhause anzukommen.

Fleesensee war schön und ich werde wieder hinfahren – hoffentlich nicht wieder alleine. Es war ein passender Abschluss für eine durchzogene Saison und jetzt lege die Schläger schlafen und überlege mir welches sinnlose Gadget ich als nächstes zulegen werde.